Zu ihrem zehnten "Geburtstag" bescheinigte Präsident Gerd Hockenberger der LBV-Unternehmensberatungsdienste GmbH, dem Tochterunternehmen des Landesbauernverbandes, sich nach schwieriger Anfangszeit zum Nutzen der Bauern auf dem umkämpften Versicherungsmarkt gut behauptet zu haben.
Gerade in einer agrarpolitisch schwierigen Zeit wie momentan sei es für den Landesbauernverband wichtig festzustellen, dass sich die eigenen Tochterunternehmen zur Zufriedenheit entwickeln, sagte Präsident Hockenberger bei der Feier an der Bauernschule Bad Waldsee. Als Vorsitzender des Verwaltungsrates räumte er ein, dass der Gründung des "LBV-U" abgekürzten Unternehmens lange Diskussionen in den Verbandsgremien vorausgegangen waren. Manche hätten befürchtet, dass die junge Gesellschaft von den Großen der Versicherungsbranche erdrückt werden könnte. Den Ausschlag habe schließlich die Einsicht gebracht, den Mitgliedsbetrieben, die über-, unter- oder gar nicht versichert sind und möglicherweise viel Geld falsch ausgeben, eine unabhängige und fachkundige Beratung anzubieten.
Auch für die LBV-U gilt:
Aller Anfang ist schwer
Obwohl der Start nicht leicht war, sei die zweitjüngste Tochter des Landesbauernverbandes gut geraten, lobte Hockenberger. Zu dieser Entwicklung habe außer einer engagierten Belegschaft in den beiden Service-Zentralen in Bad Waldsee und Weinsberg auch die Unterstützung vieler Kreisgeschäftsführer beigetragen. Er erwarte, dass dieser Erfolg in Form steigender Umsatz- und Mandantenzahlen auch bei schwierigen Marktbedingungen weiter anhält.
Ein Maßnahmenpaket für die künftige Entwicklung fasste Prokurist Hans-Dieter Tröster mit den Stichworten Spezialisierung, Produktentwicklung, personelles Wachstum, Qualifizierung und Sicherung der Marktposition zusammen. Wie Tröster herausstellte, sollen dabei die Interessen der bäuerlichen Mandanten im Mittelpunkt stehen.
Makler auf der Seite der bäuerlichen Betriebe
Auch Geschäftsführer Gerhard Geiger betonte in seinem Rückblick, dass die LBV-U als berufsständischer Versicherungsmakler traditionell auf der Seite ihrer bäuerlichen Kunden stand und steht. Er erinnerte an die Gründungszeit als es galt, sich auf dem Versicherungsmarkt durchzusetzen, der unter wenigen Anbietern verteilt war. Auch mit Unterstützung des damaligen Präsidenten Ernst Geprägs und des Hauptgeschäftsführers Dr. Friedrich Golter sei es gelungen, aus einem Einmann-Beratungsdienst im Landesbauernverband in zehn Jahren ein ansehnliches Unternehmen mit 44 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und sechs Aushilfskräften aufzubauen.
Die LBV-U rundet die Dienstleistungen des Landesbauernverbandes und der anderen Tochterunternehmen ab und bietet den Mitgliedern ebenso wie außerlandwirtschaftlicher Mandanten ein umfassendes Beratungsangebot, sagte Geiger. In den zehn Jahren des Bestehens seien mit Partnern in der Versicherungsbranche nicht nur geeignete Produkte zur sozialen und betrieblichen Absicherung der bäuerlichen Familien entwickelt, sondern auch das Preisniveau auf dem landwirtschaftlichen Versicherungsmarkt ordentlich durcheinander gewirbelt worden. Als stolze Bilanz bezeichnete Geiger, dass die LBV-U heute rund 17.000 Mandanten und Betriebe betreut.
Wenn die Reformen der Sozialsysteme so umgesetzt werden wie von der Regierung geplant, dann könnte auf die LBV-U noch weit mehr Beratungsarbeit zukommen. Dieser Schluss lässt sich aus den Ausführungen von Diplom-Volkswirt Oliver Ehrentraut von der Universität Freiburg ziehen. In seinem Referat fasste er Berechnungen zusammen, wie sich die Vorschläge der sogenannten "Rürup-Kommission" auf die nachhaltige Finanzierung von Renten-, Kranken- und Pflegeversicherung auswirken.
Generationenvertrag hat nur bei deutlichen Korrekturen Bestand
Seine Einschätzung: Selbst wenn die Vorschläge der Rürup-Kommission vollständig umgesetzt werden, was politisch noch strittig ist, werden nicht nur die heutigen Beitragszahler gehörig belastet und der Leistungskatalog zusammengestrichen, sondern auch die Schuldenlast künftiger Generationen wird nur teilweise abgebaut. Ehrentraut erläuterte die Konsequenzen des altersbedingten Wandels in der Gesellschaft auf die umlagefinanzierten sozialen Sicherungssysteme und kam zu dem Ergebnis, dass der dem Sozialsystem zugrundeliegende Generationenvertrag den Veränderungen nicht gewachsen ist und Lasten auf kommende Generationen verschoben werden, wenn nicht noch weitreichendere Korrekturen beschlossen werden. ebe